Freitag, 27. September 2013

Ouzoud, Camping Zebra 8, WEIHNACHTEN

56.Tag, Dienstag 25. 12. 2012

Bedeckter Himmel und kühlere Temperaturen - schade: gerade heute, wenn bei Zebra das "Afrikanische Buffet" gefeiert wird - Weihnachten auf marokkanisch!

Es gibt erst Süßes, dann Harira und danach verschiedene afrikanische Gerichte, Tajine, Gemüse, Huhn, Reis und Salat (an den trauen wir uns lieber nicht ran, wir sind nicht sicher, ob wir den gut vertragen).

Das Zelt ist voll, die Stimmung super, aus Holland sind einige Freunde der Patrons angereist, allesamt erkältet - kein Wunder, in Europa ist richtig Winter! Wir sitzen zusammen mit unseren Stellplatznachbarn, Inge und Siggi aus Regensburg und Milena und Andreas, jungen Gemüsesbauern aus Göppingen, sehr sympathisch.

Nach dem Essen wird mit Musik weiter gefeiert, das marokkanische Zebra Team führt traditionelle Berber Musik mit Trommeln, rhythmischem Klatschen, Tanz und hohen Trillern der Frauen auf, typisch Weihnachten eben! Der Abend ist richtig schön, heute gibt es sogar zur Feier des Tages marokkanischen Rotwein, sehr lecker, aus einem Anbaugebiet bei Meknes. Alle haben viel Spaß - schöne Weihnachten!

Donnerstag, 26. September 2013

Ouzoud, Camping Zebra 7

55.Tag, Montag, 24.12.2012

Heiligabend, sagt man - noch so ein wirklich unwirklicher Tag im Paradies! Für uns verläuft er ähnlich wie die vorangegangenen. Mein Spaziergang führt mich heute in Richtung des "Mexikanischen Dorfes", wie ein Reisender Tanagmalt einmal getauft hat. Tanagmalt ist ein noch sehr ursprüngliches Dorf auf einem Hügel in der Nähe von Ouzoud. Die Gebäude sind alle noch in traditioneller Lehmbauweise erstellt, die Menschen leben hier mit ihren Tieren wie vor Hunderten von Jahren. Mit einer Ausnahme: Auf einigen Häusern sieht man auch hier Satellitenschüsseln - die passen nicht so ganz ins Bild!







Der Fußweg vom CP Zebra dorthin führt über Eselspfade bergauf und bergab - leider schaffe ich nicht den ganzen Weg dorthin mit meinem lädierten Knie und mit Krücke. Aber von unterwegs habe ich über einen Felsvorsprung noch einen sehr schönen Ausblick auf die Wasserfälle, ohne touristisches Beiwerk, Verkaufsstände, Restaurants und ähnliches. Es ist wunderbar ruhig hier. Niemand kümmert sich groß um mich, wenn ich mit meinen drei Hunden vorbeikomme (ja, Raza, der Campingplatzhund, schließt sich unseren Ausflügen inzwischen meistens an). Aber nach Tanagmalt muss ich unbedingt noch hin - und in die Kasbah Ouzoud, das in Lehmbauweise erstellte Hotel neben dem Campingplatz. Und den Abstieg ganz hinunter zu den Wasserfällen will ich auch noch machen - und überhaupt: Es gibt noch viel zu sehen!









Frohe Weihnachten!

Montag, 23. September 2013

Ouzoud, Camping Zebra 4 - 6

52.Tag, Freitag 21.12.2012

53.Tag, Samstag 22.12.2012

54.Tag, Sonntag 23.12.2012

Es passiert nicht viel Neues in diesen Tagen - Wir machen uns weiter mit der Umgebung vertraut, lernen Renate und Paul kennen, die sehr sympathischen Patrons, die wieder zurück sind aus Holland, gehen spazieren, lesen, schreiben, fotografieren und ich behandle mein schmerzendes Knie mit Salben und entzündungshemmenden Tabletten. Außerdem benutze ich zum Laufen eine Krücke, die Paul mir zur Verfügung stellt.

Wir telefonieren und mailen mit Freunden und Verwandten - Weihnachten steht vor der Tür!

Ein paar Fotoeindrücke aus diesen Tagen




 



                                  


Ouzoud, Camping Zebra 3

51.Tag, Donnerstag 20.12.2012

Weil es in Ouzoud keine Geldautomaten oder Banken gibt, fährt er zusammen mit Hakim nach Azilal, um Bargeld zu ziehen. Dort ist heute nämlich auch der wöchentliche Souk.

 

Ich wandere unterdessen mit den Hunden zur Quelle des Oued Ouzoud - über die rote Ebene, durch Olivenhaine und dann immer am Fluss entlang. Der Weg ist sehr schön und einsam, hier gibt es keine Händler, die uns ihre Ware verkaufen wollen. Wir begegnen nur ein paar Frauen mit ihren brennholzbeladenen Eseln. Sie zeigen mir mit Gesten an, dass sie nicht fotografiert werden wollen. Schade.






Nach dem langen Marsch heute schmerzt mein Knie wieder stärker - es lässt sich nicht ändern.

Ouzoud, Camping Zebra 2

50.Tag, Mittwoch 12.12.2012

Heute mal Nichtstun, nur Sitzen und Spazierengehen!

Der Nachmittagsspaziergang führt mich hinunter in die rote Ebene in Richtung der Quellen des Oued Ouzoud.

Oh wie aufregend, alles neu hier, komm wir laufen schon einmal vor, und immer weiter, bestimmt finden wir hier was Leckeres! Meine Güte, so große graue Tiere, wie soll das gehen? Ergebt Euch freiwillig - wir können jede Menge Krach machen, hört sich das etwa nicht gefährlich an? Los, ergebt Euch endlich! He, wir können auch um Euch herumspringen, Euch gnadenlos umzingeln, ERGEBT EUCH!  - Och nee, das war ja wohl schon wieder nichts, was will die Menschin denn jetzt schon wieder hier, ganz außer Atem, wir sollen aufhören mit dem Spaß, sie versteht aber auch wirklich NIE etwas!

Man ahnt es schon, die beiden Chaoten machen ein Riesentheater um zwei gutmütige graue Eselchen, die aber in aller Gemütsruhe weitergrasen. Und auch deren Besitzer winkt nur freundlich und lacht, als ich die Übeltäter dann abrufe und zumindest Leon wieder an die Leine nehme. Wie würde darauf wohl ein Bauer bei uns reagieren?

Bis zu den Quellen kommen wir heute nicht mehr, es ist schon zu spät dafür. Auf dem Rückweg treffen wir ein paar Jungen, die mit ihren zwei Hunden über die roten Hügel laufen. Sie sind total begeistert von meinen beiden, wollen ihre Namen wissen und möchten sie gerne an der Leine führen. Ihre Hunde, Max und Max (so verstehe ich sie zumindest), laufen natürlich ohne Leine, paradiesisch frei. Stolz und begeistert begleiten sie uns dann zum Camping, "Yella, Farah, yella, Leon!" Ich bin total gerührt, wie leicht wir über alle sprachlichen und kulturellen Grenzen Freundschaft miteinander schließen können.




Abends essen wir im Zebra-Restaurant ein Berber Couscous. Hakims Mutter, eine tolle Köchin, hat es zubereitet: Kürbis, Karotten und anderes Gemüse mit etwas Zickleinfleisch auf einem saftigen und lockeren Couscous, köstlich gewürzt, himmlisch - nicht übertrieben!

Sonntag, 22. September 2013

Ouzoud, Camping Zebra 1

49.Tag, Dienstag 18.12.2012

Gut geschlafen!!! Entspannt einfach. Der Tag wird insgesamt auch entspannt, mit einigen kleinen Aufregungen. Zuerst einmal traue ich mich, Leon auf dem Campingplatz frei laufen zu lassen. Das Duo infernale begnügt sich aber nicht damit - Leon findet eine Lücke in der Dornenhecke und ist weg. Farah immerhin bleibt. Unter mir breitet sich die weite Ebene aus roter Erde mit Mandel- und Olivenbäumen aus. Kein Leon weit und breit. Keine Ahnung, wo er gesteckt hat, er kommt jedenfalls von der anderen Seite des Campingplatzes zurück, hechelnd aber sonst ok. Später jagt Farah Spooky, die Campingplatz-Katze, auf einen Baum - jetzt haben wir zwei Hunde angebunden an der Schleppleine.




Zu viert spazieren wir dann in Richtung Cascades, unten in Ouzoud möchte jeder der Straßenhändler uns seine Waren verkaufen: Tajine Töpfe, Silberschmuck, Djellabahs oder gewebte Teppiche. Die Restaurantbesitzer laden ein und preisen ihre Köstlichkeiten an. Es ist schwierig, an all dem vorbei zu kommen. Auf einer Plattform in Höhe der Wasserfälle sitzt ein älterer Berber allein auf einem Teppich und bietet etwas Silberschmuck an. Er beginnt ein Gespräch über die Hunde. Interessant, die Berber geben ihren Sloughis vor der Jagd nur gekochtes Getreide, welches sie mit etwas Olivenöl anreichern. So entwickeln sie keinen Durst. Fleisch so meint er, sei schlecht, davon bekämen die Hunde sofort Durst. Zum Schutz der Pfoten, Zehen und Krallen werden diese mit Henna gefärbt, das soll vor Verletzungen schützen. Ob ich das mit unseren beiden auch einmal ausprobieren soll?





Heute gehen wir nicht weiter zu den Wasserfällen, stattdessen kehren wir in Mounhirs Tajine-Restaurant ein und bestellen eine von seiner Mutter zubereitete kleine Tajine für uns. Für die Hunde bestellt er etwas Huhn, sie bekommen gegrillte Hühnerspieße und lieben es - und sind zumindest vorübergehend von den hunderten von Katzen abgelenkt... Ich glaube, nach diesem Besuch der Cascaden kennt man uns in Ouzoud. Sloughis, die jeder Katze hinterherbellen und sich dabei wie verrückt gebärden und die außerdem im Straßenrestaurant eine eigene Portion Hühnchen bekommen, diese Touristen müssen verrückt sein!




Samstag, 21. September 2013

Afourer - Jebel Tazerkount - Bin el Ouidane - Azilal - Ouzoud, Camping Zebra

48.Tag, Montag 17.12.2012

Heute geht es hoch hinauf: Von Afourer schrauben wir uns den Jebel Tazerkount Serpentine um Serpentine bis auf 1500 Meter in die Höhe. Wenn ich durch das Seitenfenster in die Tiefe schaue, wird mir schon ganz schön schwindelig - aber der Blick ist atemberaubend! Unter uns liegt die ganze Ebene kilometerweit ausgebreitet.



Auf der anderen Seite des Passes liegt der Lac Bin el Ouidane, über dessen Staumauer unser weiterer Weg führt. Der Anblick auf diesen riesigen See, matt stahlblau und umgeben von roter Erde, wird je höher wir fahren umso überwältigender mit den dahinter liegenden schneebedeckten Gipfeln des Mittleren Atlas.




Azilal durchfahren wir, hier endet die in der Karte als landschaftlich schön gekennzeichnete Strecke. Nur noch wenige Kilometer, dann sind wir am Ziel, Ouzoud, Cascades de Ouzoud und der Campingplatz Zebra. Vorher verirren wir uns noch zu einem ziemlich improvisierten Campingplatz unten bei den Cascaden - man lässt uns kaum wieder weg von dort, aber dann, welches Glück: CP Zebra! So einen Campingplatz gibt es wohl kein zweites Mal, so geschmackvoll, großzügig und mit Liebe zum Detail angelegt - ich könnte heulen! Eine Oase - ich bleibe hier...bis September oder so!






Abends kommen wir dann zum ersten Mal in den Genuss einer Tajine im Zeltresturant des Campingplatzes, Rindfleisch mit Apfel und Rosinen, das ganze Menu mit Suppe, Harira, und Nachspeise. Hakim, ein junger Berber, der Geschäftsführer des Platzes, vertritt die Patrons, die zur Zeit in Holland sind, auf sehr charmante, kluge und freundliche Art. Er erzählt von Überschwemmungen der Wasserfälle, zeigt uns Fotos von Ausflügen in die Umgebung, und macht uns mit Spooky, der Katze und Raza, dem Hund bekannt. So ein entspannter Abend!