Samstag, 5. Oktober 2013

Sidi Kaouki - Essaouira - Sidi Kaouki

64.Tag, Mittwoch, 2.1.2013

Nach einem schönen Strandspaziergang packen wir wieder den Bus, um nach Essaouira zu fahren. Wir brauchen Geld, Diesel und einen neuen Internetstick von Maroc Telecom.

Essaouira gefällt mir sehr. Ein marokkanische Stadt am Atlantik, sehr alt, aber immer noch sehr lebendig und von vielen Winden umweht. Wir machen eine Spaziergang durch die Medina, er landet natürlich wieder in einem sehr schönen Laden, in dem Kelims, Tonwaren und antike Lampen verkauft werden. Hier findet er endlich die ultimative Decke für die Hunde, rot, aus Baumwolle mit einem sparsamen schwarzen Muster. Und ich? Ich mache Fotos!














Wieder zurück in Sidi Kaouki spazieren wir noch einmal mit den Hunden an den Strand. Überraschung, die beiden Chaoten entdecken neues "Jagdwild" - drei an der Strandböschung weidende Kamele werden aufgeregt umsprungen und verbellt. Oh, Manno!



Ounara - Sidi Kaouki

63.Tag, Dienstag 1.1.2013

Ein Neues Jahr - sehr unspektakulär eingeläutet, ich glaube, wir haben sogar schon geschlafen um Mitternacht. Also: Frohes Neues Jahr!

Aber hier in Ounara bleiben wir nicht, ich mag mit unseren Hunden nicht noch einmal draußen außerhalb des Campingplatzes spazieren, habe ein bisschen Angst vor den wilden Hunden. Also bloß duschen, ein bisschen einkaufen, packen und los! Ans Meer!


Die letzten acht oder zehn Kilometer nach Sidi Kaouki fahren wir auf der einspurigen Straße dorthin. Man bleibt, wenn ein Fahrzeug entgegenkommt, möglichst lange auf der der asphaltierten Spur und im letzten Moment weichen beide seitwärts aus, Inshallah!

Sidi Kaouki ist ein kleines Nest am Atlantik, sehr windig und wird deshalb viel von Surfern und Kite-Surfern besucht. Die Atmosphäre dort ist deshalb auch ein bisschen freakig - graffitibesprühte Häuser oder Mosaike aus Kieselsteinen an den Häuserwänden zeigen dies. Am Strand kann man Kamel reiten oder auch, wenn man unbedingt will, Quad fahren. Wir wollen nicht, klar, aber unsere Hunde wollen endlich einmal wieder rennen und das tun sie dann auch an dem riesig breiten und endlos langen Strand!

 








Der Campingplatz Kaouki Beach ist sehr hübsch, es stehen dort kleine weiß gekälkte Gebäude mit blauen Fensterrahmen und Türen und davor bunt angestrichene Sitzbänke. Und auch die Wohnmobile hier sind nicht ausschließlich Yoghurtbecher, es gibt zum Beispiel auch einen großen blauen Düdo mit Kastenaufbau.



Abends bestellen wir im Campingplatzrestaurant eine Tajine, die uns von den netten Campingplatz Leuten in den Bus gebracht wird. Er fühlt sich heute ziemlich krank und verschläft den ganzen Abend und die Nacht oben auf dem Bett mit den Hunden. Na gut, dann mache ich mir also heute das schmale untere Bett - es ist etwas hart, aber es geht auch so.


Donnerstag, 3. Oktober 2013

Marrakech - Sidi Moktar - Ounara

62.Tag, Montag 31.12.2013

So, jetzt haben auch wir eine Nacht am legendären Stellplatz bei der Koutoubia Moschee verbracht! Früh morgens singen alle Muezzins der Stadt von den Minaretten. Einer, etwas weiter entfernt, singt so inbrünstig und andächtig, andere eher pflichtbewusst und weniger enthusiastisch, wie zum Beispiel der von der Koutoubia Moschee. Ich mag dieses vielstimmige Morgenkonzert.

Mein erster Gang morgens, jetzt wieder ganz profan, führt mich zu den sogenannten WC's. Verblüffend: Zwei kleine Häuschen ohne Dach, über mir nur der Himmel und Allah und unten ein Hock-Klo, keine Spülung oder sonst etwas.

Etwas später wird es interessant. Zwei Berber kommen mit ihren aufgekauften Teppichen auf den Parkplatz und bieten sie hier einem Teppichhändler aus Marrakesch an. Der wählt einen Großteil für seinen Laden in den Souks aus, und nachdem er sein Geschäft abgeschlossen hat, schauen wir uns die übrigen Kelims an. Er ist sehr interessiert und lässt sich alte wie neue Teppiche zeigen und am Ende ist ein sehr schöner älterer roter Kelim unser!

Daraufhin mache ich mich noch einmal auf den Weg in Richtung Djemaa el Fna, um dort an einem Bankautomaten Geld zu ziehen. Der Betrieb dort ist fast schon wieder in vollem Gang, aber ich schlängele mich mit den Hunden durch die Menschenmenge, bis ich unsanft gestoppt werde. Ein betrunkener Geschichtenerzähler umklammert Leons Leine, weil er mir unbedingt eine Geschichte verkaufen will, darauf und besonders auf seine betrunkene aggressive Art habe ich natürlich überhaupt keine Lust und so versuche ich, ihm Leons Leine wieder aus der Hand zu reißen - unmöglich, er hält sie unglaublich fest! Erst als ich ihn fast hysterisch anschreie, er solle mich in Frieden lassen, lässt er los und ich verschwinde ganz schnell. Betrunkene haben wir in Marokko sonst nicht gesehen - es ist einigermaßen schwierig, überhaupt an Alkohol zu kommen, selbst für uns Ungläubige.



Die Bankautomaten um den Djemaa el Fna haben fast alle kein Geld mehr und bei den wenigen, die funktionieren, stehen die Menschen Schlange. In die Bankgebäude selbst kommt man zum Geldabheben auch nicht hinein, sodass ich mich in eine Schlange einreihen und warten muss. Vor lauter Stress und Aufregung fällt mir dann seine Geheimnummer nicht mehr ein und so kann ich Geld nur mit meiner Karte ziehen. Kein schöner Morgen auf dem Djemaa el Fna, da helfen auch die Störche, die auf dem Sendemast am Parkplatz nisten, nicht und wir verlassen den Ort, um noch einmal in den Menara Gärten spazieren zu gehen. Ich hätte mir wohl noch gerne die alte Medersa, die Koranschule, angeschaut, aber die liegt im Gewirr der Souks und ich hätte sie ohne Führer sowieso nicht gefunden. Doch nach dem Intermezzo mit dem Geschichtenerzähler bin ich auch nicht mehr so wild auf Marrakesch...








Und so finden wir uns dann wieder unterwegs in Richtung der Atlantikküste. Die Landschaft ist zunächst fast wüstenartig trocken mit wenig Grün - wir wundern uns, was die armen Schafe, die hier von ihren Hirten geweidet werden, auf dieser kargen Erde zu fressen finden. Die Berge ziehen sich immer mehr zurück und die Straße führt meist schnurgerade durch diese Ödnis. Doch je mehr wir uns der Küste nähern, ändert sich das Bild auch wieder, es wird grüner, Bäume tauchen auf - Olivenbäume und auch Arganien. Die wachsen nur hier in dieser Gegend und werden heute häufig von Frauenkooperativen kultiviert und der Ertrag, das wertvolle Arganöl, von ihnen vermarktet.


In der trockenen Ebene machen wir einen Halt bei einem Händler, der seine Waren am Rand der Straße anbietet. Es sind Nomadenzelte und Berberkelims. Er entdeckt hier zwei hübsche kleine Kelims, die er ursprünglich für die Hunde, anstelle ihrer Kissen geplant hat. Aber dazu sind sie eigentlich zu schade und so kommen sie auf unsere Sitzbänke - sehr schön, sie passen perfekt! Gerne hätte er auch noch ein Nomadenzelt gekauft, es wäre halt leider nicht ganz so praktisch für uns!



Im nächsten Dorf, in dem ein Markt stattfindet, gibt es dann auch die bunten gewebten Plastikmatten, die man draußen vor den Bus legen kann. Jeder Marokkoreisende, der etwas auf sich hält, hat so eine. Sie werden hier von Jungen verkauft, fast noch Kinder, die sich voller Enthusiasmus auf dieses Geschäft stürzen, dabei aber so nett und freundlich sind, dass es doppelt Spaß macht, die Matte von ihnen zu kaufen!


Gegen Abend erreichen wir dann Ounara, den Campingplatz Des Oliviers, der angeblich einer der schönsten des Landes sei. Naja. Ounara selbst ist für uns auch nicht besonders einladend, nicht mit unseren Hunden - es ist voller Katzen und halbwilder Hunde.



Dienstag, 1. Oktober 2013

Marrakesch

61.Tag, Sonntag, 30.12.2012

Von allen Möglichkeiten: einer fährt mit dem Taxi in die Stadt, der andere bleibt zusammen mit den Hunden auf dem Campingplatz  - oder aber umgekehrt - oder aber wir packen alles zusammen und fahren gemeinsam ins quirlige Marrakesch - wählen wir natürlich die letztere.

Einen ersten Stopp auf dem Weg dorthin machen wir bei "Marjane",  DEM marokkanischen Supermarkt, allerdings nur in Großstädten wie Marrakesch zu finden. Wir kaufen groß ein und füllen unsere Vorräte wieder auf mit allem, was man sonst nicht bekommt in Marokko auf dem Land. Von Hundefutter über Schokolade (leckere Trüffel) bis hin zu Wein und anderen lebensnotwendigen Dingen, alles wird in den Einkaufswagen geladen. Wir haben einige Zeit zwischen den hohen Regalen verbracht, was mich einigermaßen nervös gemacht hat - ich hasse diese großen Supermärkte eigentlich und will nur so schnell wie möglich durch, während er lieber mal hier und dort in den Regalen herumstöbert, was es dort so alles gibt!

Unser nächstes Ziel sind die Menara Gärten, nicht zuletzt der Hunde wegen, die müssen ja auch einmal ein bisschen promenieren. Allerdings an der Leine, natürlich. Wir sind die einzigen Menschen in ganz Marokko, die ihre Hunde an der Leine spazieren führen. Alle anderen Hunde sind entweder wild oder leben wie Raza bei einem selbst gewählten Zuhause, sind aber frei, ihre eigenen Wege zu gehen. Wir fallen also auf, als Europäer und Touristen sowieso, aber besonders der Hunde wegen, überall hören wir: "Sloughi - Sloughi" - die werden hier als Jagdhunde und Statussymbole hoch geschätzt.


Und nun fahren wir ins Zentrum des Geschehens, zur Koutoubia Moschee und zur Place Djemaa el Fna. Wir finden alles auf Anhieb, Marrakech ist bis hierher einfach und übersichtlich, erst von hier an wird es schwierig: in der Altstadt und den Souks nimmt man als Fremder wohl besser einen Führer. Egal, wir parken bei der Koutoubia Moschee und machen uns auf einen Abenteuerspaziergang mit den Hunden zum Djemaa el Fna. Aber das geht dann doch nicht, Farah und Leon machen zwar alles brav mit, aber es herrscht so ein Gewühl, Lärm und ist so voll, dass wir ihnen das alles nicht weiter zumuten wollen. Und Katzen gibt es hier auch zuhauf. Also bringen wir sie zurück zum Bus - ich glaube, sie sind ganz froh darüber - und gehen dann zu zweit noch einmal los. Wir probieren in einer Garküche gegrillte Spießchen, Salat, Oliven und Brot - und danach leckere selbst gemachte Süßigkeiten... Weiter geht es in die überdachten Souks. Hier gibt es viel Ramsch, Lampen, Leder, Tonwaren und allerlei Touristenschnickschnack, aber einzelne Läden bieten auch wertvolle und schöne alte Dinge an: Kelims, alte Lampen, Silber, Holzintarsienarbeiten.









Wir kommen mit einem Teppichhändler ins Gespräch, der ein Sprachgenie zu sein scheint, gerade noch hat er fließend Italienisch mit einem italienischen Paar gesprochen, mit uns spricht er nun fast perfekt Deutsch. Das hat er hier im Goethe Institut gelernt - in Deutschland gelebt hat er nie, wohl aber einige Geschäftsreisen dahin unternommen. Er ist, wie man so sagt, gebildet und kultiviert, die Unterhaltung mit ihm sehr interessant und angenehm.


Einige der Läden sind sehr alt, die Holzfassaden reich geschnitzt und verziert oder mit kleinen Fliesen ausgelegt, darin schöne alte Lampen - Bilder aus 1001 Nacht. Wir kehren um, als die ersten Läden schließen, obwohl es noch gar nicht so spät ist, aber zurück im Bus sind wir im Nu eingeschlafen - so voll war dieser Tag!







Was noch nachzutragen ist: Die Koutoubia Moschee ist wirklich eindrucksvoll und in ihrer Schlichtheit mit den wenigen Verziehrungen eine grandiose Lobpreisung Allahs. Ein Gebet. Magisch.