Montag, 20. Januar 2014

El Perelló 2 - 3

169.und 170.Tag, Mittwoch 17.4. Donnerstag 18.4.2013

Und wieder werden wir mit einem vormals unbekannten Ort vertraut - und der absolut diskrete Charme von El Perelló nimmt uns gefangen. All diese leerstehenden Apartments, teils zu verkaufen, teils zu vermieten, aber immer mit heruntergezogenen Rollläden oder verschlossenen Gittern vor den Fenstern und Türen, die maroden Hochhäuser aus den Sechziger Jahren, dazwischen noch ganz vereinzelt hübsche und charmante Häuschen, die an die hundert Jahre alt sind, Geschäfte und Bars, die nur wenige Stunden am Tag geöffnet sind, dazu die azurblaue Kulisse des Meeres mit einem kilometerlangen "Passeig del Mare Nostrum" davor - ein Ort, an dem Filme gedreht werden müssen! Wo ist Wim Wenders?
















 Wir inszenieren immerhin das obligatorische Selbstauslöser Foto für diesen Teil der Reise!



Freitag, 17. Januar 2014

El Perelló 1

168.Tag, Dienstag 16.4.2013

Die Desperado Wiese ist ein Graus, vermüllt und voller Hundekot, wir müssen hier weg! Die Suche nach einem anderen Stellplatz gestaltet sich aber nicht allzu lang, schnell finden wir eine ganz annehmbare Stichstraße, die zum Meer führt. Hier können wir stehen bleiben und hier kann er auch arbeiten. Aber auf meinem ersten Erkundungsgang durch El Perelló über den Passeig del Mare Nostrum entdecke ich noch eine bessere Stelle: ein kleiner Platz, umgeben von zwei- bis dreistöckigen Häusern, wie die meisten Gebäude hier in den sechziger oder siebziger Jahren erbaut, mehr oder minder heruntergekommen und im Moment überwiegend leerstehend. Es hat seinen eigenen desolaten Charme hier, der sich erst auf den zweiten Blick erschließt.







Wir ziehen also erneut um und erklären den Platz zu unserem neuen Zuhause. Während er also arbeitet, mache ich wieder meine ausgedehnten Spaziergänge und wünsche mir, ich hätte meine "gute" neue Sony-Kamera dabei. Inspiriert von meiner "mare"Lektüre (der besten deutschen Zeitschrift überhaupt nach meiner bescheidenen Meinung) würde ich vielleicht eine gute bebilderte Reportage über einen verlassenen Urlaubsort in der Bucht von Valencia hinbekommen, zumindest den fotografischen Teil davon. Jedenfalls wirkt El Perelló auf mich inspirierend - ich könnte mir auch einen Kurzfilm vorstellen, gefilmt aus der immer gleichen Perspektive auf den Paseo Maritim (z.B. von unserem Bus aus) auf die gelegentlich vorbeikommenden Passanten - Jogger, alte Damen, Hundespaziergänger, Rennradfahrer oder Paare jeden Alters - einmal von rechts, dann wieder von links durchs Bild laufend, immer vor der Kulisse des Meeres im Verlauf eines Tages...




Donnerstag, 16. Januar 2014

La Vila Joiosa - Coll de Rates - El Perelló

167.Tag, Montag 15.4.2013

Heute ist das passiert, was ich schon die ganze Zeit befürchtet habe: Auf dem Morgenspaziergang in Richtung Panadería und La Vila macht Leon auf dem Fuß kehrt, kaum, dass ich ihn von der Leine gelassen habe und rennt zurück in Richtung Berg, dorthin, wo vermutlich die Kaninchen unter Pinien hausen, Farah in gestrecktem Galopp hinterher. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wohin sie verschwunden sind und wie immer bei so einem Ausreißversuch ignorieren sie mein Rufen und Pfeifen total.

Es dauert sehr lange. Ich kraxele ihrer vermuteten Route über mehrere Hügel hinterher, spanne eine spanische Dalmatiner-Besitzerin mit in die Suche ein, während er am Bus Wache hält, und befinde mich schon wieder auf dem Rückweg, da endlich taucht Leon hechelnd und, ja, tatsächlich, grinsend wieder auf und auch Farah folgt ihm nach einer geraumen Weile. Puh! Wo mögen sie wohl gewesen sein, was haben sie erlebt? Bis auf einen gebrochenen Zehennagel bei Farah sind keine Verletzungen zu beklagen - fast ein Wunder bei den Mengen an zerschlagenem Glas, welches auf den Hügeln liegt.



Jetzt wird also auch der Hundespaziergang in La Vila Joiosa nicht mehr so entspannt sein - aber wir wollten sowieso allmählich weiter fahren. Ich habe (gefühlt) hunderte Fotos von den hängenden bunten Häusern gemacht, die Gegend in alle Richtungen erkundet, jetzt kann es auch wieder einmal weitergehen!

Von Benidorm - unglaubliche Kulisse von hunderten von Hotelwolkenkratzern - nehmen wir eine Strecke über die Berge und entfernen  uns etwas von der Küste. Steile enge Bergstraßen, kleine einfache Dörfer, großartige Ausblicke in die Täler und manchmal auch auf das blaue Meer, welches in der Ferne im Dunst liegt, dazu der Duft von Orangen- und Zitronenblüten - eine sehr schöne Tour!

 



Auf dem Coll de Rates (780m) machen wir eine Rast und einen Spaziergang bis hinauf zum Gipfel und treffen danach bei Oliva wieder auf die Küste. Hier ähneln sich die Silhouetten der Küstenorte zum Verwechseln - hässliche hochgezogenen Hotelbauten, kaum ein Platz für uns zum Bleiben. Wir versuchen mehrmals erfolglos, ab von der Nationalstraße zum Meer zu fahren, finden aber keinen auch nur annehmbaren Platz zum Übernachten. Letztendlich stellen wir uns in der Dämmerung bei El Perelló auf eine sandige Wiese, immerhin unbehelligt und nur ein paar Schritte vom Strand entfernt.





Mittwoch, 15. Januar 2014

La Vila Joiosa 3 - 6

163. - 166.Tag, Donnerstag 11.4. - Sonntag 14.4.2013

Wir verbringen meist entspannte und sonnige Tage hier in der bunten Stadt. Die ist viel älter, als ich mir das vorgestellt habe, wie ich auf einer Informationstafel entdecke, die Anfänge stammen aus dem 12. Jahrhundert v.Chr. Ich unternehme Streifzüge mit und ohne Hunde oder Mann, aber immer mit Kamera durch die Gassen der Stadt und am Strand entlang.




















Der Freitag ist so warm und windstill, dass ich fast im Meer schwimmen gegangen wäre, aber im letzten Moment verlässt mich doch der Mut. Stattdessen wird ausgiebig Toilette gemacht, Haare werden gewaschen in unserer Waschschüssel, seine Haare werden geschnitten - jetzt sind wir wieder äußerst gepflegt. Ansonsten im Süden nicht viel Neues...